Aus "Esch Aktuell" Nr. 99/September 2000

Angelsport ist mehr als Blick auf den Schwimmer 

35 Jahre Angelsportverein der Gemeinde Sinnersdorf

Seit der Mitte der 70er Jahre gibt es aufgrund der kommunalen Neuordnung in Nordrhein-Westfalen die Gemeinde Sinnersdorf, zu der die Orte Sinnersdorf, Esch, Auweiler und Pesch gehörten, nicht mehr. Esch, Auweiler und Pesch wurden nach Köln eingemeindet, Sinnersdorf nach Pulheim.
Umso erstaunlicher ist es, dass der Begriff "Gemeinde Sinnersdorf" noch heute existiert, und zwar im Name eines Vereins, der offiziell mit der Bezeichnung "Angelsportverein der Gemeinde Sinnersdorf e.V." im Vereinsregister eingetragen ist.
Der Vereinsname findet seine Begründung in der Situation, aus der die Motivation zur Gründung dieses Vereins hervorging. Als nämlich im Jahr 1964 die Gemeinde Sinnersdorf ihre Verwaltungsselbständigkeit erhielt, häuften sich bei der Gemeindeverwaltung die Nachfragen in Bezug auf Angelsportmöglichkeiten. Die Aufnahmekapazitäten bereits bestehender Vereine mit gepachteten Fischereirechten im Einzugsbereich der Gemeinde waren beschränkt, in den meisten Fällen sogar erschöpft. 
Da auch unter den Bediensteten der Verwaltung reges Interesse am Angelsport bestand, kam es 1965 zur Gründung des "Angelsportvereins der Gemeinde Sinnersdorf".
Der Verein war nun da, was fehlte, war ein entsprechendes Gewässer. Geschickt und sinnvoll überbrückten die Mitglieder die gewässerlose Zeit durch Teilnahmen an Lehrgängen der Fischereianstalt im Aalbaum und durch vorbildliches Ansparen von Geld, um bei sich bietenden Gelegenheiten gut gerüstet zu sein.
Das Regenrückhaltebecken in Sinnersdorf, wo der Verein 1966 sein erstes Angeln aufnahm, stellt sich rasch wegen der Verunreinigung als nicht geeignet heraus. Zwei Jahre später gelang es dem Verein, die Fischereirechte in der Kiesgrube Herrling zwischen Auweiler und Orr zu pachten und 1976 sogar unter dem langjährigen Vereinsvorsitzenden Heinz Schaaf einen 50-prozentigen Anteil an dem Gewässer Grundstück anzukaufen. Mit großem Einsatz der Mitglieder wurde schrittweise ein Landschaft gestaltet, die den Vorstellungen der Angelfreunde entsprach. 
Seit 1993 ist der Verein Eigentümer des gesamten Gewässergrundstücks, welches inzwischen zu einer ansprechenden Angleridylle mit eigenem Vereinsheim entwickelt worden ist.
Zusätzlich zu der ehemaligen Herrling-Kiesgrube hatte der Verein von 1978 bis 1999 die Fischereirechte im Sinnersdorfer Biotop gepachtet; zu einer Verlängerung des Pachtvertrages kam es, wahrscheinlich wegen eines anstehenden Eigentümerwechsels, bisher nicht. 
Aufgrund der zahlreichen Bewerbungen um die Aufnahme in den Verein ist man jedoch ernsthaft bemüht, weitere Gewässer für den Angelsport anzumieten, was sich allerdings immer wieder als schwierige Angelegenheit herausstellt.
Die optimale Lösung für den Verein ist und bleibt jedoch die eigene Angelsportanlage zwischen Auweiler und Orr an der Stadtgrenze zwischen Köln und Pulheim, die Sicherheit gibt, das Treffen von für den Angelsport positiven Dispositionen erleichtert und den Gemeinsinn der Mitglieder fördert. Ein nicht mehr wegzudenkender Ort für persönliche Begegnungen, zur Konversation - natürlich auch für das Anglerlatein - und für die Veranstaltungen von Festlichkeiten ist das Vereinsheim.
Um fachmännisch das Fischwaid betreiben zu können, sind Aus- und Fortbildung wichtige Voraussetzung für die verantwortungsbewussten Sportangler. So führt der Verein diesem Zweck dienende Veranstaltungen durch, in deren Rahmen auch die Vorbereitung zur Ablegung der Fischerprüfung steht, und die Bereitschaft der Mitglieder zur Teilnahme an überörtlichen Fortbildungsveranstaltungen, wie z. B. an Lehrgängen der Fischereianstalt in Aalbaum, wird durch den Verein gefördert.
Der gut ausgebildete Angelsportler spürt schnell, wenn in seinem Bereich etwas nicht in Ordnung ist, wenn z. B. die Qualität des Wassers sich verändert und dadurch der Fischbestand gefährdet ist. Er versteht es, das Wasser zu analysieren und die erforderlichen Maßnahmen zur Behebung von Problemen zu treffen; denn wo das Leben im Wasser leidet, ist auch der gesamte Wasserhaushalt in Gefahr.
Durch die Sorgfalt für die Erhaltung einer guten Wasserqualität und die Pflege der Uferlandschaft leistet der Angelsportverein einen nicht unwesentlichen Beitrag im Kampf für eine gute, leider vielerorts gefährdete Umwelt.
Der Angler selbst findet in seinem Sport Erholung und die Kraft, Unruhe, Sorge und Angst zu bewältigen, er ist aber bei weitem kein Eigenbrötler oder gar Egoist, er pflegt die Gemeinschaft und, das zeigt sich bei den Vereinsfestivitäten, auch die Geselligkeit.

Die Redaktion von "Esch Aktuell" beglückwünscht den "Angelsportverein der Gemeinde Sinnersdorf e.V." zu seinem 35-jährigen Bestehen und wünscht ihm weiterhin: Petri Heil!