Der 1973 gebaute Kindergarten
St. Martinus war räumlich ausgelegt für drei Kindergruppen. Doch bereits beim
Bezug der Räumlichkeiten stellte sich heraus, dass in Relation zu der Anzahl
der Kinder in Esch und Auweiler das Raumangebot um mindestens einen Gruppenraum
zu klein konzipiert war.
Um der Nachfrage gerecht
werden zu können, wurde die Genehmigung eingeholt, den vorhandenen Mehrzweck-
und Turnraum als 4. Gruppenraum zu nutzen. Dieses Provisorium, welches immer
wieder neu genehmigt werden musste, dauerte fast 30 Jahre.
In den letzten Jahren konnte
man der Erteilung dieser Sondernutzungserlaubnis aber nicht mehr sicher sein, da
das Platzangebot den heutigen Vorstellungen von einer modernen Einrichtung für
Kinder im Vorschulalter immer weniger entsprach. Die Schließung der 4. Gruppe
drohte immer wahrscheinlicher zu werden. Als nicht mehr zeitgemäß erwies sich
auch das Fehlen einer „Über-Mittag-Betreuung“.
Diese Umstände veranlassten
den Vorstand der katholischen Kirchengemeinde St. Martinus zu der Entscheidung,
durch entsprechende bauliche Veränderungen die Voraussetzungen zu schaffen, den
Kindergarten in eine Kindertagesstätte umwandeln zu können. Diese baulichen Maßnahmen
brachten der Einrichtung einen erheblichen Raumgewinn. So wurde im Erdgeschoss
der bisherige 3. Gruppenraum geteilt und jeweils zur Hälfte den beiden anderen
Räumen als kleinerer Nebenraum zugeordnet. Völlig umgestaltet wurden zwei der
Kindertoiletten im Erdgeschoss mit dem Ergebnis, dass nun jede Gruppe einen
eigenen Waschraum hat. Aus dem bisherigen dritten Waschraum entstand ein kleiner
Werkraum.
Durch die Einbeziehung des
Jahre lang als Wohnraum genutzten Obergeschosses in das Gesamtkonzept wurde die
eigentliche Erweiterung des Raumangebotes erreicht. Für die Unterbringung der
3. und 4. Gruppe wurden die drei Apartments so umgebaut, dass auch oben zwei
Gruppenräume mit angegliederten Neben- und Waschräumen realisiert werden
konnten, wodurch der Mehrzweck- und Turnraum im Erdgeschoss seiner ursprünglich
geplanten Nutzung zugeführt werden konnte.
Auch an der Inneneinrichtung
wurde nicht gespart. Die einzelnen Gruppenräume wurden neu möbliert und mit
einer Kinderküchezeile ausgestattet, und für die Gesamteinrichtung steht eine
geräumige Küche zur Verfügung. Um den Gruppen aus dem Obergeschoss einen
eigenen Zugang zum Außengelände zu schaffen, wird in den Sommerferien die
bereits begonnene Außentreppe fertig gestellt werden.
Die unangenehmen Umstände,
die das Team der Erzieherinnen sowie die Kinder und Eltern während der Bauzeit
zu erdulden hatten, waren nach deren Abschluss rasch der Freude über die jetzt
perfekte Einrichtung gewichen, in die sich inzwischen alle bestens eingewöhnt
haben und auf die nun alle mit Recht stolz sein dürfen.
Beim Einweihungsfest im Juni
hatte auch die Öffentlichkeit Gelegenheit, sich von den gut durchdachten
Umbaumaßnahmen zu überzeugen, die durch ein wesentlich verbessertes
Platzangebot und die dadurch ermöglichte Einführung der „Über-Mittag-Betreuung“
nun den Anforderungen an eine zeitgemäße Kindertagesstätte entsprechen.