Aus "Esch Aktuell" Nr. 82/Januar 1995

Irre, aber schön!

Die Gaudi-Band Auweiler hat ihr 10. Lebensjahr überschritten.

Bei einem Auftritt im mit1500 Gästen besetzten Festzelt am Nikolaus Kloster in Glehn umriß vor gut drei Jahren der "Kapellmeister" der Gaudi-Band Auweiler mit zwei Sätzen den Hintergrund bzw. das Wesensmerkmal dieser Gruppe: "Bei uns darf jeder mitmachen, wenn er zwei Bedingungen erfüllt: Er darf kein Musikinstrument beherrschen, er muß aber gute Musik machen können. Wir wollen nichts anderes als anderen und uns selbst ein wenig Freude machen".
Und als die Gaudi-Band im Oktober 1994 zum Jubiläumsball einlud, war auf der Einladung zu lesen: Ein Narr sagte damals: Im Jahr 1994 wird die Gaudi-Band Auweiler zehn Jahre alt". Der weise Narr hatte recht, und wir freuen uns.
Obwohl viele in Esch und Auweiler die inzwischen auf rund 30 Mitglieder angewachsene Gruppe kennen, soll das 1 10-jährige Bestehen doch Gelegenheit geben, etwas mehr über die "Musikkonservisten" zu erfahren.
Am Anfang stand die Idee von Willi Blatzheim, dem Präsidenten der ..Bande", mit einer Instrumentalgruppe am Escher Karnevalsumzug teilzunehmen: Quetschenbüggel, Tenorhorn, decke Trumm und Zimdeckele; alle vier Instrumente original gespielt.
Da diese Gruppe allerdings zu unscheinbar wirkte, stellte sich eine zweite Idee ein, nämlich zusätzlich Träger anderer Instrumente als "blinde Passagiere" oder als "Füllmasse" mit einzubauen. Diesmal war die Musik der vier "Originalen" zu unscheinbar im Vergleich zum äußeren Erscheinungsbild der nun zwölfköpfigen Gruppe.
Die endgültige Form für das Vorhaben fand sich schließlich bei einem Treffen der "zwölf Aufrechten" im November 1984, an einem Sonntagvormittag in einer Kellerbar, mit der von allen anerkannten pfiffigen Idee der Playback-Musik, an deren technischen Voraussetzungen ab sofort geplant und gearbeitet wurde, und zwar so erfolgreich, daß diese Zwölfergruppe tatsächlich in schwarzen Husarenuniformen am Escher Karnevalszug 1985 teilnehmen konnte.
Im Jahr darauf, welch ein Glück, war die Gaudi-Band Auweiler sogar die einzige Musikkapelle im Escher Zug, die in der Lage war, Musik zu machen, da den Musikern der echten Blaskapellen aufgrund extrem niedriger Temperaturen die Ventile ihrer Instrumente vereist und nicht mehr zu bewegen waren.
In den folgenden Jahren hatte die GBA bereits Einladungen zur Teilnahme an Karnevalszügen in Ansteln, Pulheim, Sinnersdorf, Stommelerbusch, Brauweiler, Mülheim und Longerich, so viele, daß man schon Absagen erteilen mußte. Außerhalb der Karnevalszeit ist die Gaudi-Band vom ersten Jahr ihrer Existenz an zu einem gern gesehenen Gast bei Festen aller Art geworden.
Kaum zu glauben, aber wahr ist, daß diese Gruppe sich regelmäßig einmal im Monat zur Probe trifft, und seit vier Jahren treffen sich fünf bis sechs Mitglieder an Heilig Abend, um an markanten Punkten in Auweiler zur Freude der Anwohner Weihnachtslieder darzubieten.