Hermann-Gmeiner-Schule zu Gast in Köln-Esch

Seit Oktober vergangenen Jahres ist die Hermann-Gmeiner-Schule, eine Sonderschule für Lernbehinderte, im ehemaligen Gebäude der Gemeinschaftsgrundschule, zu Gast in Esch

Das Schulgebäude der Hermann-Gmeiner-Schule, das 1975 gebaut wurde und sich in Lindweiler befindet, wird generalsaniert. Es bot sich an, die Klassen 1 bis 9 in das leerstehende Gebäude in Esch auszulagern. Die Klassen 10 A und 10 B sowie die beiden Werkstufenklassen verbleiben während der Bauarbeiten in der Soldiner Straße. Im dortigen Schulgebäude sind die Gemeinschaftgrundschule und die Sonderschule untergebracht. Im Grundschultrakt laufen die Sanierungsarbeiten auf Hochtouren. Die Grundschüler werden zur Zeit in den Räumen der Sonderschule unterrichtet. Sie sollen nach dem Willen der Planer in der zweiten Jahreshälfte in ihr Gebäude zurückkehren können. Danach erfolgt die Sanierung des Sonderschultrakts in zwei weiteren Bauabschnitten. Erst dann können die jetzt in Esch untergebrachten Schulklassen in ihr angestammtes Schulgebäude zurückziehen. Der Ablauf des Unterrichtsbetriebs in zwei Schulgebäuden ist nicht ganz einfach, verläuft aber weitgehend reibungslos. Fachunterricht wie Sport, Kochen, Handwerklernen wird wegen der dort vorhandenen Fachräume in Lindweiler erteilt. Kunst, Musik und einige Arbeitsgemeinschaften finden im Schulgebäude in Esch statt. Dazu wurde ein Pendelbusbetrieb eingerichtet, der die Schülerinnen von der einen zur anderen Schule transportiert.

Die Hermann-Gmeiner-Schule ist eine von zwölf Sonderschulen für Lernbehinderte in Köln und hat ungefähr 160 Schüler. Unterrichtet wird im Primarstufen- (Klassen 1 bis 4) und im Sekundarbereich (Klassen 5 bis 10). Wenn die Kinder nicht bereits aus sonderpädagogischen Gründen mit Beginn der Schulpflicht in die Sonderschule eingeschult werden, werden sie im Laufe ihrer Schulzeit aus der Grund- oder Hauptschule auf die Sonderschule überwiesen. Dabei muss ein nach gesetzlichen Vorgaben bestimmtes Verfahren (VOSF = Verordnung zur Feststellung des sonderpädagogischen Förderbedarfs) durchlaufen werden. Lernbehinderte Kinder haben Probleme beim Lernen. Diese Lernbeeinträchtigungen sind so langwierig, umfänglich und schwerwiegend, dass die Kinder im Regelschulbereich nicht hinreichend gefördert werden können. Die Gründe für diese Lernstörungen sind vielschichtig und komplex. Sie reichen von genetischen Defiziten bis hin zu Ursachen im sozio-kulturellen Milieu.

Die Schwerpunkte der Unterstufenarbeit (Klassen 1 - 4) liegen neben der Vermittlung der entsprechenden Lerninhalte in den Fächern Deutsch, Mathematik, Sachkunde, Kunst, Musik und Sport in der speziellen Förderung der kognitiven Konzentration, der sensorischen Integration (Körperbewusstsein), der emotionalen Stabilität und der sozialen Kompetenz. In dieser wie in den darauf folgenden Stufen wird ein handlungsorientierter Ansatz verfolgt.

In der Mittelstufe (Klassen 5 - 7) werden diese Kompetenzen gefestigt und weiter ausgebaut. So werden beispielsweise seit einiger Zeit im Rahmen des Streitschlichterprojekts einige Schülerinnen und Schüler zu Streitschlichtern ausgebildet. Diese sollen dazu befähigt werden, kleinere Streitigkeiten bei jüngeren Schülern zu schlichten. Die Arbeit in der Oberstufe schließlich beschäftigt sich verstärkt mit der Berufswahlvorbereitung. Neben den an allen Regelschulen üblichen dreiwöchigen Schülerbetriebspraktika gibt es an der Hermann-Gmeiner-Schule das sogenannte Jahrespraktikum. Geeigneten Schülerinnen und Schülern wird die Möglichkeit geboten, an einem Tag in der Woche in einem Betrieb zu arbeiten. Sie können auf diese Art und Weise schrittweise an die Arbeitswelt herangeführt werden. Für dieses Jahrespraktikum suchen wir immer wieder geeignete Betriebe, die bereit sind, Schüler mit Lernschwierigkeiten einmal wöchentlich in ihrem Betrieb zu betreuen.

Des weiteren gehört die Schule zu einer von sechs LB-Schulen in Köln, die am Modellprojekt „Handwerklernen an Sonderschulen" teilnehmen. Im Rahmen dieses Modellprojekts arbeiten an der Schule ein Schlosser und ein Schreiner in speziell dafür ausgestatteten Werkstätten. Sie unterrichten und unterweisen Schülerinnen und Schüler ab Klasse 7 an einem Tag in der Woche in einem dieser Berufsfelder. Handwerklernen ist ein präventiver Ansatz in der Schule, die Berufsreife der Schülerinnen und Schüler zu erhöhen und hat zum Ziel, die Lernmotivation der Jugendlichen zu steigern und ihre Chancen auf einen Arbeits- oder Ausbildungsplatz zu verbessern.

Im Rahmen des Handwerklernens wurde vor 1 1/2 Jahren die Schülerfirma „Make It" gegründet. Unter Anleitung der Handwerker übernimmt die Schülerfirma kleinere Aufträge und Reparaturabeiten im Holz-, Metall- und Gartenbereich. Dort geht es zu wie in einem kleinen Betrieb. Die Schüler müssen Materialbedarf und Zeitaufwand ermitteln, Kostenvoranschläge erstellen, Rechnungen schreiben, Buchführung organisieren und ähnliche Dinge tun.

Der „Verein zur Förderung der Hermann-Gmeiner-Schule" unterstützt die Schule finanziell. Er ist als gemeinnützig anerkannt und berechtigt Zuwendungs-bescheinigungen (Spendenquittungen) auszustellen. Es gibt noch viele weitere Projekte, die unsere Schule auszeichnen. Diese alle hier darzustellen würde den Rahmen sprengen. Wer sich weiter informieren möchte, kann schon mal einen Blick auf die noch nicht fertiggestellte Homepage (www.hermanngmeinerschule.kbs-koeln.de) werfen.

Kontakt zur Schule, zur Schülerfirma und zum Förderverein kann über die Schulleiterin Frau Angela Heidrich oder den stellvertretenden Schulleiter Herrn Michael Fuhr unter folgenden Telefonnummern (Esch: 71663030 und Lindweiler 7162433) aufgenommen werden.