Gut besucht und reich an Informationen war das „Öffentliche Hoffest“ am 30. Juni 2002 auf dem Frohnhof in Esch, zu dem der „Arbeitskreis Ackerbau und Wasser im linksrheinischen Kölner Norden“ eingeladen hatte. Schwerpunkt der Ausstellung war neben einer Reihe landwirtschaftlicher Großgeräte die Präsentation der vorbildlichen Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft und dem Wasserversorgungsunternehmen GEW im Einzugsbereich des Wasserwerks Weiler.
Durch die in den 80er Jahren per Gesetz verfügte Radikalsenkung des Nitratgrenzwerts entstanden unter den hiesigen Landwirten Irritationen und Verängstigung, zumal ihnen besonders in Wasserschutzzonen der Entzug großer Teile ihrer Pachtflächen drohte. Dies hätte in vielen Fällen zu einer gravierenden Gefährdung ihre Existenzgrundlage geführt.
Kluge und besonnene Leute schafften es vor 16 Jahren Wasser- und Landwirtschaft an einen Tisch zu bringen und den Weg zu bereiten von der Konfrontation zur Kooperation der beiden Interessengruppen, was schließlich 1986 zur Gründung eines Gremiums mit landesweiten Vorbildcharakter führte unter dem Namen „Arbeitskreis Ackerbau und Wasser im linksrheinischen Kölner Norden e.V.“.
Ziel dieses Arbeitskreises war und ist die gemeinsame Verantwortung für Boden und Wasser in der Gegenwart und im Interesse nachfolgender Generationen.
Heute arbeiten in diesem Arbeitskreis 55 Landwirte aus der Region zwischen dem linksrheinischen Norden Kölns und den Rekultivierungs-flächen des Erftkreises – eine Gesamtfläche von rund 6.000 Hektar – mit zukunftsorientierten Wasserwirtschaftlern partnerschaftlich zusammen, unterstützt durch die Landwirtschaftskammer Rheinland und Fachleute aus Wissenschaft, Forschung und Technik.
Für den gesamten Erftkreis und dem Bereich der Stadt Köln ist typisch für die Betriebe der Ackerbau (Zuckerrüben, Kartoffeln, Getreide). Viehhaltung hat immer mehr an Bedeutung verloren. In der Gesamtregion existieren zur Zeit 700 landwirtschaftliche Betriebe – 1975 waren es 1.600 – mit einer Anbaufläche von 41.000 Hektar – früher 50.000 Hektar -, nur 100 davon betreiben Viehhaltung und 70 Betriebe dienen als Pensionen für insgesamt 3.000 Pferde.
Zu den wesentlichen Aufgaben des Arbeitskreises „Ackerbau und Wasser“ zählt einerseits der permanente Erfahrungsaustausch unter den Landwirten mit der Prämisse einer das Wasser schonenden Flächenbewirtschaftung, besonders im Hinblick auf das groß dimensionierte Wasserschutzgebiet Weiler in enger Zusammenarbeit mit der GEW Köln AG sowie andererseits die Förderung gemeinsamer Verantwortung gegenüber der Umwelt und dem Verbraucher.
Das Zusammenwirken von Wasserversorgungsunternehmen, Landwirten und Landwirtschaftskammer Rheinland sowie der entsprechenden wissenschaftlichen Begleitung führte in den zurück liegenden Jahren bereits zu Erfolgen.
So wurde ein spürbarer Rückgang bei der Verwendung von Pflanzenschutzmitteln erzielt, Formen von neuen Düngemethoden zur Schonung des Grundwassers wurden entwickelt und zum Einsatz gebracht. Die größte Reduzierung von Schadstoffen wurde im Gegensatz zu allen anderen Anbaumethoden durch das sogenannte Kölner Mulchsaatverfahren erreicht, bei dem die Mulchschicht erst im zeitigen Frühjahr flach eingearbeitet wird mit dem Ergebnis einer wirksamen Stickstoff-Konservierung.
Die Qualität des Grundwassers im Zuständigkeitsbereich der GEW hat sich kontinuierlich verbessert, woran die Änderung der landwirtschaftlichen Nutzung einen wesentlichen Anteil hat.
Alle Beteiligten sind um weitere Verbesserungen bemüht.
Dazu bedarf es allerdings großer Geduld, wenn man bedenkt, dass die Fließvorgänge besonders im Lössboden lange Zeit benötigen. Bei Grundwassertiefen zwischen 7 und 14 Metern und einer Lössbodenüberdeckung von zum Teil mehr als 10 Metern kann die vertikale Durchsickerung bis zu 15 Jahren dauern.
Zum Schluss sei festgestellt, dass die Ausstellung auf dem Frohnhof mit der Familie Meyers als Gastgeber durch Text- und Schautafeln einen gelungenen Einblick in die Arbeit des Arbeitskreises „Ackerbau und Wasser“, dessen Vorstand auch der Escher Landwirt Hanns Courth und aus Auweiler der Landwirt Karl-Friedrich Müngersdorff angehören, gewährte.