Kölner Wochenspiegel vom 16.4.2003

Schulkinder sind glücklich über ihre "gesunde" Schule

Nach acht Jahren hat das PCB-Drama ein Ende, neue Grundschule ist fertig.

Einladend und freundlich wirken die warmen Gelb- und Rottöne der neuen Escher Grundschule (Foto: Machnik)

Esch -"Seit gut drei Monaten sind wir nun endlich an unserem Ziel. Unsere Kinder konnten aus den Containern in das neue Schulgebäude umziehen, die ehemalige Waldorfschule." Mit diesen Worten beginnt ein kurzer Dankesbrief, den Sonja Roosen und Sabine Schmitt an die KWS-Redaktion schickten.
Sie gründeten vor drei Jahren eine Bürgerinitiative (BI) mit dem Ziel, die ehemalige Waldorfschule an der Martinusstraße zu sanieren, um dort Platz zu schaffen für die städtische Grundschule. Zu Jahresbeginn bezog die Konrad-Adenauer-Schule endlich Ihr neues Domizil. In zwölf Klassenräumen können 290 Schulkinder lernen - ohne mit der ständigen Angst leben zu müssen, durch austretende polychlorierte Biphenyle (PCB) schwere gesundheitliche Schäden davon zu tragen. Denn die alte Escher Grundschule erlangte 1995 bundesweit traurige Berühmtheit, weil das giftige PCB in solchen Mengen in der Raumluft gemessen wurde wie nie zuvor in Deutschland. Beim Bau der Schule vor 30 Jahren war der giftige Stoff als Weichmacher in der Fugenmasse verwendet worden. 1996 erfolgte die erste Sanierung, aber schon zwei Jahre später war klar, dass die Arbeiten nichts genutzt hatten. Wieder gab es gefährliche Messwerte, es wurde nachsaniert. Während dessen mussten die Schüler und Lehrer ihr Dasein in Containern fristen. Das alles schreckte Sabine Schmitt auf. "Die Bürgerinitiative haben wir Ostern 2000 gegründet, als unsere Kinder noch im Kindergarten waren", erzählt die engagierte Mutter. "Wir hatten erfahren, dass die Werte wieder ansteigen, wenn die Isolierung von Putz und Anstrich an den Wänden nachlässt." Zehn Mütter engagierten sich. Sie besuchten Rats- und Schulausschusssitzungen.
"Das kannten die Politiker gar nicht", erinnert sich Schmitt, "dass Bürger dort präsent sind." Ende 2000 gab es den entscheidenden Ratsbeschluss für die Escher Grundschule. Das leer stehende Waldorfgebäude sollte unverzüglich renoviert und saniert werden. Ein halbes Jahr lang passierte nichts. Langsam, aber stetig ging der Umbau schließlich voran. Sabine Schmitt ist jetzt einfach froh, dass das Drama ein Ende hat. Die offizielle Einweihungsfeier der Konrad-Adenauer-Schule (Martinusstraße) findet am 9. Mai ab 16 Uhr statt. (ma)