Kölner Wochenspiegel 23. Januar 2002

Drei Frauen haben das närrische Sagen in Esch



Bauer Bätes, Prinz Romio I und Jungfrau Cäcilie (v.l.n.r.) sind das erste weibliche Dreigestirn in Esch seit 20 Jahren.
(Foto: Piepenbring)


(jp) Das Escher Dreigestirn wird nach 20 Jahren wieder von drei Frauen gebildet. Prinz Romio I, Bauer Bätes und Jungfrau Cäcilie stehlen in dieser Session den Männern die Schau. Im Escher Festzelt am Frohnhof fand die Proklamation des Trios statt.

Armin Oligschläger, der Prinz der vergangenen Session übergab das Zepter an Romie Esser alias Prinz Romio I. Romie Esser ist von Beruf Erzieherin im Escher Kindergarten St. Martinus. Seit Jahren studiert sie regelmäßig mit ihrer Kindergartengruppe einen Auftritt für die Kindersitzung ein. Ihr Zwiegespräch mit ihrer Partnerin gilt jedes Jahr als Höhepunkt der Frauensitzung im Festzelt. Der Bauer ist im richtigen Leben ihre Schwester. Beate Esser alias Bauer Bätes leitet den Kindergarten St. Martinus. Gemeinsam nehmen die Schwestern am Escher Karnevalszug mit der Fußgruppe "Die Namenlosen" teil. Sie sind karnevalistisch vorbelastet: ihr Vater war 1962 Prinz des Escher Dreigestirns und 1970 Bauer. Jungfrau Cäcilie Seidel gehört ebenfalls zum Team der Erzieherinnen von St. Martinus. Ihr Vater war 1959 die erste männliche Jungfrau im Escher Karneval. Ihre Mutter war Prinz des ersten weiblichen Dreigestirns im Jahr 1982. Alle drei sind Mitglieder der Dorfgemeinschaft "Greesberger Esch". Die Dorfgemeinschaft ist für die Karnevalssession in Esch verantwortlich. Der Frage nach dem Alter weichen die drei geschickt aus. Das Alter des Prinzen sei unerheblich, das des Bauern nicht der Rede wert und die Jungfrau meinte: "Da kammer nit vun spreche!". Eins ist sicher: Bauer Bätes ist ein gutes Jahr älter als der Prinz, jede der drei ist unter 50, aber älter als jeder Escher Teenager.