Kölner Stadt-Anzeiger, 03.07.2002

Der Satellit hilft mit

VON SYLVIA DEMME



Das Handwerk des Schmiedens, das in den Gemäuern des 1000 Jahre alten Frohnhofs vorgeführt wurde, beherrschen heute nur noch wenige.

Die Landwirte aus dem Kölner Norden und die GEW Rhein Energie luden die Bürger zu einem Hoffest ein, um über ihre Zusammenarbeit zu informieren.

Esch - Wer weiß schon, dass das Wasserwerk in Weiler immerhin 270 000 Einwohner im Kölner Norden und in Teilen Pulheims mit dem kühlen Nass versorgt. Oder wie das Korn vom Feld ins Bierglas kommt. Großstadtkinder begeistert besonders die Frage, wie man sich auf dem Fahrersitz eines modernen Traktors fühlt. Auf dem idyllischen Frohnhof, einem Gehöft in Esch, das vor mehr als 1000 Jahren erstmals urkundlich erwähnt wurde und heute von Bauer Johannes Meyers bewirtschaftet wird, war all dies zu erfahren. Dort veranstaltete der „Arbeitskreis Ackerbau und Wasser im linksrheinischen Kölner Norden“ ein öffentliches Hoffest, um den Kölnern zu zeigen, wie Landwirtschaft gestern, heute und morgen funktioniert.

Eine Landmaschinenausstellung mit historischen, aber auch modernsten Geräten, die heute im Einsatz sind, Besichtigungen des Wasserwerkes in Weiler und Planwagenfahrten durch Wald und Feld gehörten zum Programm. „Gesunde Nahrungsmittel und reines Wasser sind unverzichtbare Lebensgrundlagen. Unser Ziel ist es, beides zu schützen und langfristig zu erhalten“, sagte Georg Kellerwessel, Landwirt und Vorsitzender des Arbeitskreises, dem 60 Bauern, die GEW Rhein Energie sowie die Landwirtschaftskammer Rheinland angehören.

„Wasser und Landwirtschaft sind untrennbar miteinander verbunden“, erläuterte auch der CDU-Fraktionsvorsitzende Rolf Bietmann, der das Hoffest offiziell eröffnete. Er lobte die Erfolge, die der Arbeitskreis seit seiner Gründung vor 16 Jahren bei der Reduzierung des Nitratgehalts im Grundwasser erzielt hat. Dieser konnte durch neue Verfahren zur Verminderung des Einsatzes von Pflanzenschutz- und Düngemitteln um 15 Prozent im Wasser und im Boden sogar um 25 Prozent gesenkt werden. „Allerdings war erst zehn Jahre nach Gründung des Arbeitskreises eine Trendwende in der Nitratbelastung erkennbar“, sagte Klaus Lindner, Hauptabteilungsleiter Wassergewinnung der GEW Rhein Energie.

„Wir haben eine große Verantwortung gegenüber den nachfolgenden Generationen“, meinte Landwirt Kellerwessel. Deshalb testet der Arbeitskreis neue Verfahren - wie beispielsweise Düngesysteme, die mittels Satelliten gesteuert werden - auf ihre Praxistauglichkeit. So könnte der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln noch weiter reduziert werden.