Kölner Stadt-Anzeiger,
Die Besucher wurden auch auf ihre Bibelfestigkeit getestet.
von SUSANNE ESCH
Esch - Ein gemütliches Plätzchen hatten die Mitglieder der Gemeinde St.
Martinus für die Gäste ihres Pfarrfestes geschaffen. Unter dem großen Baum
auf dem Kirchvorplatz waren sternförmig Tische und Bänke aufgebaut. Da war
kaum noch ein Platz frei, als schließlich "de Nippeser" auftraten.
Mit provokanten Liedchen kölscher Mundart sorgten die drei Musikanten für
Stimmung: "Für dich wird nie mehr Frühling sein, auch nicht im Monat Mai,
denn in deinem Alter ist das doch längst vorbei." Da wippten viele der
zahlreichen Gäste bei Kaffee, Kuchen, Kölsch und Bratwurst ganz entspannt mit.
Zwischendurch rätselten einige unter ihnen gemeinsam. "Sind Sie
bibelfest?", waren sie im Bibeljahr 2003 gefragt. Wer die Antworten auf
etwa 20 Fragen rund um die heilige Schrift wusste, konnte einiges gewinnen. Prüfungsstress
sollte aber natürlich nicht aufkommen. "Fromm zugehen muss es auf unserem
Pfarrfest sowieso nicht", erklärte Pfarrgemeinderatsmitglied Kirsten
Gerwens. Einfach einmal zusammen zu sein, sei das Wichtigste. Auch der Erlös
sei zweitrangig. "Wenn etwas übrig bleibt, ist das schön". Das Geld
würde dann geteilt mit Misereor und sei speziell für Straßenkinder in Ghana
gedacht. Für den Trödelstand habe einfach jeder mal zu Hause aufgeräumt, erzählte
Kirsten Gerwens. "Da steht ja noch einiges herum. Das Schöne ist der Spaß,
den die Leute beim Anschauen der Dinge haben."
Vor allem für die vielen fleißigen Helfer hatte die Gemeinde schon am Vorabend
einen Dämmerschoppen organisiert. Einige Ständchen vom Kirchenchor gab es
dazu. Zum Hauptteil des Festes tags darauf erschien dann sogar die freiwillige
Brandwehr und stellte mit ihrem Feuerwehrwagen den Kindern ein spannendes
Spielzeug zur Verfügung. Da durften sie ausnahmsweise auch einmal grundlos das
Martinshorn aufheulen lassen.

Mit Liedern in kölscher Mundart erfreuten "de Nippeser" die Besucher des Pfarrfestes der Gemeinde St. Martinus.
BILD: Susanne Esch