Kölner Stadt-Anzeiger, 11.07.2002

Firma droht ein hohes Bußgeld

Die Verwaltung hat ein Verfahren wegen unerlaubter Bauschutt-Entsorgung am Pescher See eingeleitet.

VON TOBIAS CHRIST

Pesch - Weil ein Bauunternehmen am Pescher See unrechtmäßig Bauschutt und Beton entsorgt haben soll, hat die Verwaltung ein Bußgeldverfahren eingeleitet. Gegen welches Unternehmen genau sich das Verfahren schließlich richten werde, sei noch unklar, sagte Stefan Ferber von der Unteren Wasser- und Abfallwirtschaftsbehörde. Es drohe ein Bußgeld zwischen 5000 und 50 000 Euro.

Verantwortlich für die illegale Bauschutt-Entsorgung sei wahrscheinlich das Unternehmen, das derzeit im Auftrag einer Kiesbaggerei den nördlichen Uferbereich des Pescher Sees rekultiviert, so Ferber. In den neu aufgeschütteten Wällen - sie sollten nach Abschluss der Kies-Gewinnung am Pescher See im vergangenen Jahr das Ufer sichern - seien bei Untersuchungen Bauschutt und Betonreste gefunden worden. Gesetzlich sei vorgeschrieben, dass für derartige Arbeiten nur reiner Boden verwendet werden dürfe. Eine Gefahr für das Grundwasser besteht laut Verwaltung aber nicht. Der See liegt innerhalb der Wasserschutzzone des Wasserwerks Weiler.

Die Verwaltung war durch Anwohnerbeschwerden, einen Bericht der Landschaftswächterin und durch die Chorweiler Bezirksvertreter auf die Umweltsünde aufmerksam geworden. Bezirksvertreter Bodo Tschirner (SPD) gab zu verstehen, die Verwaltung hätte die Arbeiten am Pescher See im Vorfeld besser kontrollieren müssen.