Kölner Stadt-Anzeiger, 22.05.2003

Kinder blicken in eine sonnengelbe Zukunft

Konrad-Adenauer-Schule ist nach der Schadstoff-Sanierung wieder offiziell eröffnet worden
Der siebenjährige Streit um PCB und den Unterricht in Containern ist nun beendet.

VON OLIVER GÖRTZ

Esch - "Jeden Morgen, Viertel vor acht, wird die Schultür aufgemacht", sangen die Kinder der Grundschule Martinusstraße fröhlich bei der offiziellen Eröffnung ihrer Lehranstalt, die fortan wieder Konrad-Adenauer-Schule heißt. Wenn die Kleinen nun in das Gebäude hineingelangen wollen, drücken sie gegen eine schicke Glastür - vorbei die Zeit, in der sie durch hellgraue Plastikeingänge in dunkelgraue Container gehen mussten. Rund 2,7 Millionen Euro hat die Generalsanierung der ehemals mit Krebs erregenden Polychlorierten Biphenylen (PCB) belasteten ehemaligen Waldorfschule gekostet.

 Das Gebäude wurde bis auf das Mauerwerk entkernt, zudem wurden eine neue Heizung sowie  Elektro- und Sanitäranlagen installiert.

Die Fassade wurde nach neuester Technik wärmegedämmt und - ein Wunsch der Kinder - sonnengelb gestrichen. Die Böden im Inneren sind nun blau, die Einbauten aus warm wirkendem Buchenholz und die Blumenkübel auf dem Schulhof frisch bepflanzt.

"Es hat alle viele Nerven gekostet", sagte Baudezement Bela Dören am Rande der Eröffnungsfeier, "hier ist wohl jeder froh, dass es vorbei ist." Mehr als sieben Jahre lang stritt die Verwaltung mit der Schulpflegschaft wegen der PCB-Belastung. Ende 1995 stellte die Stadtverwaltung in der Schule erstmals erhöhte Werte des Schadstoffs fest und sanierte das Gebäude für rund 1, 1 Millionen Euro. Drei Jahre später stieg die PCB-Belastung erneut an. In der Zeit der zweiten Sanierung mussten die Kinder unter anderem in Containem unterrichtet werden. Jetzt soll aber ein Schlussstrich gezogen werden", forderte Schulleiterin Marion Bendeler in einer Ansprache bei den Feierlichkeiten.

Besonders hob sie das Engagement von Eltern und Lehrern hervor, die auf unzähligen Versammlungen mit der Verwaltung über die Missstände an der Schule debattierten. "Es zeigt, dass man viel erreichen kann, wenn man sachlich argumentiert und immer wieder nachhakt", erklärte Monika Nottrott vom damals eigens gegründeten PCB-Ausschuss der Grundschule. Das Gremium besteht jetzt freilich nicht mehr. "Den Ausschuss haben wir mit einem Fass Bier feierlich zu Grabe getragen", schmunzelte Nottrott.



Baudezernent Béla Dören und die Kinder der Grundschule Esch feierten den Abschluss der Generalsanierung. BILD GÖRTZ