VON OLIVER GÖRTZ
Die Grundschule Esch kommt nicht zur Ruhe: Nach siebenjährigem PCB-Streit sollen die Schüler nun während der Schulzeit zwei Mal umziehen.
Esch - Der Streit zwischen der ehemals mit PCB (polychlorierten Biphenylen) verseuchten Escher Grundschule an der Martinusstraße und der Verwaltung geht in die nächste Runde: Die PCB-Gefahr scheint offenbar gebannt. Nun plant die Stadt nach Abschluss der Sanierung der Grundschule (Trakt B) und der gegenüberliegenden ehemaligen Waldorfschule (Trakt A) einen Doppel-Umzug der zurzeit in Containern untergebrachten Schüler innerhalb von sechs Monaten.
Das aber lehnen Eltern- und Lehrerschaft kategorisch ab. "Am 1. Juni werden die Arbeiten am Trakt B abgeschlossen sein" erklärte Schulverwaltungsamtsleiter Friedhelm Boeck bei der jüngsten Elternversammlung in der Grundschul-Aula. Dann sollen die Schüler vorerst dort einziehen. Wenn "voraussichtlich im Dezember" (Boeck) der erste Bauabschnitt im Trakt A mit den Klassenräumen fertiggestellt ist, könne dann der endgültige Umzug in das Wunschdomizil der Schulpflegschaft erfolgen, so die Verwaltung. Eigentlich sollte Trakt A schon früher fertig sein. Dies aber vereitelte ein Fehler der Stadt, die einen Teilauftrag für den Umbau falsch ausgeschrieben hatte.
"Unsinnig und unzumutbar" sei das Escher Stühle rücken, polterten die Eltern. Zwei Umzüge in so kurzem Abstand und dann auch noch während der Schulzeit seien indiskutabel. Daraufhin spielte Boeck die Karte "Finanzen": Die Container bis Jahresende zu mieten, würde den Stadtetat zusätzlich mit 175 000 Euro belasten. Außerdem schlage der leerstehende Trakt B monatlich mit 13 000 Euro zu Buche.
Kein Argument für Eltern und Lehrer, schließlich habe die Stadt durch ihren Fehler bei der Ausschreibung den Ausbau von Trakt A selbst verzögert. Sie fürchten, dass der ohnehin zu kleine Trakt B zum Dauerprovisorium wird, denn "wir haben absolut kein Vertrauen mehr in die Verwaltung". Bis die Sanierung von Trakt A abgeschlossen ist, solle der Schulbetrieb deshalb in den Containern weitergehen. Dafür wollen die Eltern kämpfen: "Wir werden weiterhin sachliche Vorschläge für die Stadt ausarbeiten. Zur Not werden wir die Container eben besetzen."