
Schwere Regenfälle überfluteten gestern Nachmittag die Straßen in Esch.
Das Wasser stand teilweise 80 cm hoch. Feuerwehr und Technische Hilfswerk
waren mit 80 Helfern vor Ort. (Bild: Grönert)
Heftige Gewitter
Von Sonja Schünemann und Stephan Kahl
Nach dem heftigen Gewitter am Mittwochnachmittag und -abend war die Feuerwehr - besonders in den nord-westlichen Stadtteilen gestern im Dauerstress. Etliche Keller liefen durch die starken Regenfälle voll, unter Brücken staute sich das Wasser, Straßen sackten ab. Autos wurden durch herabstürzende Äste beschädigt.
Besonders schlimm waren die Auswirkungen des Unwetters in Esch. An der Ecke Chorbuschstraße/Martinusstraße stand das Wasser 80 Zentimeter hoch - vermutlich, weil ein unterirdisches Pumpwerk nicht funktionierte. "Es kann aber auch sein, dass die Pumpen einfach durch die enormen Wassermengen überfordert waren", sagte ein Sprecher der Feuerwehr.
Insgesamt 80 Helfer vom Technischen Hilfswerk und der Feuerwehr mussten aus mindestens 30 Kellern das Wasser pumpen, das teilweise bis zu 2,50 Meter hoch stand. In einem Haus drohte das Wasser sogar ins Schlafzimmer zu laufen. Die Einsatzkräfte sicherten das Haus mit Sandsäcken. Auch Familie Kasper aus der angrenzenden Edmund-Richen-Straße klagte über Schäden.
"lm Keller haben wir drei Kühltruhen, dazu eine Waschmaschine und einen Trockner. Jetzt ist alles hinüber", sagte Hausherr Hubert Kasper.
Um 21 Uhr bearbeitete die Feuerwehr gleichzeitig 111 Einsätze. Außerdem waren 55 Notrufe bei der Leitstelle eingegangen, die noch
bearbeitet werden mussten. Zur Unterstützung der Berufsfeuerwehr, die mit rund 45 Mann und 13 Fahrzeugen im Einsatz war, fuhren außerdem 24 Löschgruppen der freiwilligen mit 41 Fahrzeugen in die betroffenen Stadtteile.
Junkersdorf ist auch schwer betroffen", so ein Sprecher, "dort waren viele Keller und Straßen vollgelaufen."
In Braunsfeld sackte gar der Straßenbelag weg. Ein Loch von mehreren Metern Tiefe zog in der Christian-Gau-Straße zahlreiche Schaulustige an. Die Polizei sperrte das Gebiet ab.
Der Blitz schlug während des Gewitters zweimal in das Unicenter ein und löste dadurch Fehlalarme aus. Die Wassermassen brachten auch die Kölner Verkehrs-Betriebe (KV B) aus dem Takt. Betroffen waren vor allem die Busse, die wegen zugelaufener Straßenunterführungen, etwa in Bickendorf, starke Verspätungen hatten. Auch im Bahnverkehr gab es Probleme, Weichenkästen waren voll Wasser gelaufen, so dass die Fahrer die Weichen von Hand mit einem Stelleisen umstellen mussten.
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ÜBER 30 KELLER liefen in Esch voll. Teilweise stand das Wasser bis zur Decke und überflutete sogar den äußeren Kellertreppenaufgang. Die Feuerwehr versuchte, mit Pumpen Herr der Lage zu werden. (Bild: Grönert) |